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Leistung auf den Punkt gebracht

Dreiachsmaschine von Hedelius

Hedelius ist bekannt für seine leistungsstarken Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Ob Acura- oder ­Tilteta-Baureihe – der Anwender bekommt Spitzenmaschinen mit Anspruch. Doch nicht für jeden Auftrag sind die Talente dieser Baureihen nötig, weshalb Hedelius die Forte 65-Baureihe auf den Markt gebracht hat.


Fünfachs-Bearbeitungszentren sind derzeit angesagt, um kompliziert geformte Teile beispielsweise aus dem Vollen zu fräsen. Doch ist diese Maschinengattung nicht in jedem Fall die richtige Wahl, da eine große Zahl der täglich anzufertigenden Frästeile deren Talente nicht benötigt. Es gibt nach wie vor eine stattliche Zahl von Werkstücken, in die lediglich Konturen einzubringen sind, die auch von Maschinen mit lediglich drei Achsen einbringbar sind.

Dazu zählen beispielsweise einfache Taschen in einer Ebene, Bohrungen oder Nuten. Ergo wären die Stückkosten nicht wettbewerbsfähig, wenn solche Teile auf einem Fünfachs-BAZ gefertigt werden. Besser fährt, wer für diesen Fall eine Dreiachsmaschine zur Verfügung hat.Solche Maschinen baut Hedelius. Unter dem Produktnamen ›Forte 65‹ hat das Familienunternehmen eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Antwort auf den Bedarf des Marktes im Portfolio.

Die Forte-Maschinen bauen auf der bewährten Fünfachs-Reihe ›Acura‹ auf, sind demnach keine vollkommen neue Schöpfung. Für die Forte 65 wurden sämtliche Highlights der „großen Schwester“ übernommen und rund um ein Dreiachs-Konzept gruppiert. Von Abspecken kann man in strengem Sinn nicht reden, da die Forte 65-Reihe auf ein ganz bestimmtes Produktspektrum maßgeschneidert wurde, ohne die Leistung zu drosseln.

Für höchste Ansprüche

Die Forte 65 erfüllt technisch hochstehende Ansprüche, ist für hohen Teiledurchsatz ausgelegt und punktet nicht zuletzt mit einer extrem kompakten Bauweise. Sie ist demnach die Maschine der Wahl, wenn kompromisslos Leistung gewünscht wird, doch schwierige Platzverhältnisse für herkömmliche Maschinen zum Ausschlusskriterium werden. Unter der Bezeichnung ›Single 700‹ bietet die Forte 65 einen Arbeitsbereich von 700 x 650 x 600 Millimeter (X, Y, Z), während das Modell ›Single 1320‹ mit 1320 x 650 x 600 Millimeter aufwarten kann.

Hervorzuheben sind die extrem gute Zugänglichkeit zum Arbeitsraum sowie die ausgesprochen große Wartungsfreundlichkeit. Alle Aggregate sind mühelos zugänglich, sodass im Fall eines Servicefalls keine zeitraubenden Nebenarbeiten zu tätigen sind. Überhaupt ist die Konstruktion der Forte 65 sehr praxisgerecht. So kann beispielsweise die Türe geöffnet werden, ohne dass heruntertropfendes Schmiermittel den Hallenboden verschmutzt, was durchaus eine Unfallgefahr durch Ausrutschen heraufbeschwören kann. Das Geheimnis liegt in einer Tropfschiene, die jedweden KSS-Tropfen zuverlässig auffängt.

Sogar von den Werkzeugen können KSS-Reste abtropfen, ohne dass dadurch das Innere der Maschine unnötig verschmutzt wird. Dafür sorgt eine Tropfwanne, die Späne und Kühlschmierstoff aufnimmt. Diese ist im Maschineninneren derart vorteilhaft angebracht, damit der Bediener problemlos via Besen oder Pinsel die Rückstände direkt in den darunterliegenden Späneförderer entsorgen kann. Dabei muss nicht befürchtet werden, dass die Späne sich irgendwo in Nischen verfangen. Die komplette Maschine wurde so gestaltet, dass stets gerade Übergänge vorherrschen und ein freier Spänefall gewährleistet ist.Wer sich eine Forte-Maschine genauer ansieht, wird noch viele weitere Detaillösungen finden, die sich im harten Arbeitsalltag positive bemerkbar machen.

So kann beispielsweise die Maschine problemlos mit einem Kran beladen werden, da das Maschinendach sich mit der Türe öffnet. Diese ist übrigens sehr leichtgängig und kann sogar mit einem Motor ausgerüstet werden, wenn es gilt, die Automationsoptionen der Maschine zu nutzen. Zum Säubern von Werkstück und Arbeitsraum stehen Druckluft- und KSS-Armaturen zur Verfügung. Diese sind zweckmäßig außerhalb beziehungsweise im Maschinenraum angebracht. Wie es sich für eine moderne Maschine gehört, werden für die Maschinenbeleuchtung hochwertige, geschützt ausgeführte LED-Lampen verwendet. In der Grundausstattung ist die Maschine zudem bereits mit der leistungsstarken TNC 640-Steuerung von Heidenhain ausgestattet. Als Option gibt es die 840D SL von Siemens.

Wohlüberlegte Konstruktion

Es fällt auf, dass der Arbeitsraum der Maschine von hineinragenden Elementen freigehalten wird. Alle relevanten Bauteile sind in die Maschinenverkleidung integriert, nichts steht im Weg. Sogar das optionale Lasermesssystem für die berührungslose Werkzeugvermessung befindet sich nicht im Arbeitsraum, sondern ist ebenfalls außerhalb angebracht. Für den Messstrahl wurden kleine Öffnungen in die Verkleidung eingebracht, wodurch dieser den Maschinenraum durchqueren kann. Kühlschmierstoffe und Späne haben so keine Chance, dass Meßsystem zu beeinträchtigen. Unerreichbar für Schmutz aller Art sind auch die Glasmaßstäbe für die direkte Wegmessung der Achsen, die vollständig gekapselt sind. Um den Tisch herum gibt es zudem keine Teleskopabdeckungen, die eventuell die Späneabfuhr behindern könnten.

In der Forte 65 wurde viele konstruktive Highlights eingebaut, die diese Maschine wohltuend aus dem Marktangebot hervorheben. So ist beispielsweise die Spindel wassergekühlt, was für eine zuverlässige Abfuhr von Zerspanungs- und Motorwärme sorgt. Der Werkzeugwechsel findet nicht irgendwo im Maschinenraum statt, sondern die dafür nötige Mechanik wurde bewusst so gestaltet, dass der Wechsel in Augennähe des Bedieners, sowie abseits jeder Störstelle abläuft.

Auf diese Weise kann der Bediener prüfen, ob das korrekte Werkzeug eingewechselt wird und ob dieses noch einsatzfähig ist. Dieses Merkmal zahlt sich insbesondere beim Einrichten der Maschine aus und zeigt, dass die Konstrukteure von Hedelius genau hinhören, wenn Praktiker Anregungen für noch bedienerfreundlichere Maschinen geben. Auch hinsichtlich eines Crashs haben sich die Entwickler Gedanken gemacht: Ein Sicherheitssystem sorgt dafür, dass Schäden sich nicht auf die Maschine auswirken.

Stabiler Aufbau

Bemerkenswert ist zudem das Kon­struktionsprinzip des Fräskopfes, der – lang auskragend – senkrecht angeordnet ist. Die zwar lange doch konstruktiv steife Auskragung in Verbindung mit der wassergekühlten Spindel sowie die Verkleidung der Z-Achse sind einige Geheimnisse, warum die Forte 65 nicht im gleichen Maße mit wärmeausdehnungsbedingten Ungenauigkeiten zu kämpfen hat, wie es oft bei anderen Maschinenkonstruktionen zu beobachten ist.

Die Konstruktion ist derart steif ausgelegt, dass trotz der großen Auskragung keine starke Durchbiegung auftritt. Anwender berichten vielmehr begeistert von der hohen Genauigkeit, die sie mit dieser Maschine erreichen. Zum Beispiel kann Baustahl mittels eines 63er- Messerkopf mit einer Schnittgeschwindigkeit von 500 mm/min und einer Spantiefe von fünf Millimeter bearbeitet werden. Die bemerkenswerte Stabilität zeichnet sich als hervorragende Oberfläche am Werkstück ab.

Für schwere Brocken

Für diese Leistung ist auch die Maschinenkonstruktion verantwortlich, die derart gestaltet wurde, dass Kräfte zuverlässig in das Fundament abgeleitet werden. Das Fahrständerprinzip der Forte-Reihe erlaubt darüber hinaus eine große Zuladung des Tisches. Bis zu 1 200 Kilogramm können es beim Modell ›Single 1320‹ sein, die mittels eines optional angebotenen, stärkeren Tisches sogar auf 2 000 Kilogramm gesteigert werden können. Das kleinere Modell ›Single 700‹ bringt es immerhin noch auf rund 800 Kilogramm.

Unter der Bezeichnung ›Fahrständermaschine‹ wird verstanden, dass alle Bewegungen des Fräsers vom Spindelkopf ausgeführt werden. Der Tisch, auf dem das Werkstück aufgespannt ist, wird nicht bewegt. Dies hat den Vorteil, dass der Konstrukteur alle bewegten Komponenten nach einer bekannten Belastung auslegen kann, ohne dass das Werkstückgewicht berücksichtigt werden muss. Da das schwere Werkstück beim Zerspanungsvorgang nicht bewegt wird, kann die Maschine optimal beschleunigen und abbremsen, was sich natürlich nicht zuletzt in der Stückzeit bemerkbar macht. Mit einem Eilgang von 40 Meter pro Minute in allen Achsen gehört die Forte-Baureihe zu den agilen Vertretern innerhalb ihrer Klasse.

Für mehr Produktivität

Doch haben die Konstrukteure der Forte-Reihe nicht nur auf soliden Maschinenbau geachtet, sondern sich Gedanken gemacht, dem Bediener ausgefeilte Hilfsmittel für noch kürzere Durchlaufzeiten und noch schnelleres Einrichten der Maschine an die Hand zu geben. Eine Idee war, die Möglichkeit zu bieten, das 65 Plätze umfassende Werkzeugmagazin mittels eines Werkzeugmagazinturms massiv auszubauen: Bis zu 190 Werkzeuge können damit zusätzlich genutzt werden, sodass insgesamt 255 Werkzeuge im Zugriff sind.

Über eine separate Türe kann jederzeit ein Werkzeug eingewechselt oder ausgeschleust werden. Interessante Detaillösungen am Turm und an der separaten Steuerung ermöglichen es, dass diese Tätigkeit sogar von angelernten Personen durchgeführt werden kann. So sorgen beispielsweise fertige Unterprogramme dafür, dass ein Werkzeug eingewechselt oder entnommen wird. Das Lagersystem arbeitet nach dem Chaosprinzip. Der Bediener muss sich demnach keine Gedanken machen, auf welchen Platz ein Werkzeug abzulegen ist. Optional kann der Turm sogar mit einer Reinigungsfunktion bestellt werden, sodass stets gewährleistet ist, dass der Aufnahmekegel des Präzisionswerkzeugs frei von spannkritischen Spänen ist.

Absolut genial ist jedoch die Intelligenz des Turms, die dazu beiträgt, dass die Maschine für einen neuen Auftrag in Rekordzeit gerüstet ist. Ist die Maschine mit einem Nullpunktsystem ausgerüstet, so kann bereits nach 4,5 Minuten der Auftrag gestartet werden. Bemerkenswert ist, dass der Bediener nur 2,5 Minuten am Rüstvorgang beteiligt ist, der Rest geschieht automatisch. Ein Highlight, das sich insbesondere für die Fertigung von Einzelteilen anbietet.

Die Forte-Reihe ist bereits in der Grundausstattung sehr reichhaltig ausgestattet. Sinnvolle Optionen machen die Maschine jedoch noch leistungsstärker. Zu erwähnen sind beispielsweise eine Hochdruck-Kühlmittelversorgung mit bis zu 75 bar Druck, eine Minimalmengenschmierung, ein elektrostatischer Abluftfilter, ein in den Tisch eingebautes Nullpunktspannsystem oder ein Scharnierbandförderer, anstelle des Kratzbandförderers.

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Diesen Artikel finden Sie auch in Ausgabe 2/2019 auf Seite 14. Zum besagten Heft führt ein Klick auf den nachfolgenden Button!

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