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Kunstwerke aus Glasmacherhand

Hochwertige Leuchten für Kenner

Wer abseits von Massenware sein Heim mit besonderen Lampen verschönern möchte, hat eine durchaus große Auswahl. Doch garantiert ein stolzer Preis nicht unbedingt, dass das in Augenschein genommene Werk diesen auch wert ist. Nichtfachleute sollten daher direkt beim Künstler kaufen, der sein Glasmacher-Handwerk versteht. Alles richtig macht, wer diesbezüglich die Glasbläserei Schmid im Bayerischen Wald aufsucht.


Lampen sind gefragt, wenn es darum geht, dunkle Räume und Arbeitsplätze zu erhellen oder Kunstwerke mit gezieltem Lichtstrahl hervorzuheben. Doch sollte darauf geachtet werden, dass die Lampe zum jeweiligen Ambiente passt, da Licht alleine noch keine runde Stimmung erzeugt.

Für hochwertig eingerichtete Wohnzimmer, edle Büroräume oder stilvolle Empfangshallen gilt es, passende Lampen auszuwählen, die für eine stimmige Wirkung der jeweiligen Räume sorgen, damit sich dort die Gäste beziehungsweise die Eigner wohlfühlen. Wer diesbezüglich nichts falsch machen möchte, der ist gut beraten, in die Gemeinde Lindberg im Bayerischen Wald zu fahren.

Dort entstehen inmitten des Nationalparks Bayerischer Wald in reiner Handarbeit edle Lampen der absoluten Spitzenklasse. Unter den Händen von Glasmacher Karl Schmid, werden ausgesuchte Gläser zu Raritäten veredelt, wie sie nur wenige, absolute Könner zuwegebringen.

Selbstredend, dass Karl Schmids Lampen mundgeblasen sind. Die besondere Wertigkeit liegt jedoch in der handwerklichen Handhabung des flüssigen Glases sowie der Anwendung der sogenannten Überfangtechnik.

Unter Überfang versteht man eine Glasauflage, die sich an einem bereits vorhandenen Grundglas anschmiegt. Was sich wenig aufregend liest, ist ein äußerst anspruchsvoller Prozess, den längst nicht jeder Glasmacher beherrscht. Damit sind sehr interessante ein- und mehrfarbige Kompositionen möglich, die Karl Schmid perfektioniert hat.

Ausgesuchte Qualität

Seine Lampen besitzen beispielsweise auf der Innenseite ein weißes oder schwarzes Glas, während die Außenseite aus einem durchsichtigen Glas besteht. Dadurch, dass das Innenglas an jeder Stelle gleichmäßig verteilt ist, wird das von der Lampe ausgestrahlte Licht perfekt gestreut. Dies geschieht in einer derart gleichmäßigen Weise, dass selbst mit einem genauen Blick die Glühlampe nicht entdeckt werden kann. Sie ist durch die gleichmäßige Lichtabgabe schlicht nicht lokalisierbar.

Ganz anders bei minderwertigen Lampen: Diese sind entweder mit einem fehlerhaften Überfang produziert oder schlimmstenfalls lediglich mit Farbe angemalt worden. Das Ergebnis ist, dass man durch die Lampe hindurchsehen kann beziehungsweise die Lichtstreuung extrem ungleichmäßig ist. In jedem Fall kann die Lampe mühelos lokalisiert werden, was ein untrügliches Zeichen für ein Produkt zweiter oder dritter Wahl ist. Absolut unverschämt ist das Vorgehen konkurrierender Glasbläsereien, die Produkte von Karl Schmid nachzumachen. Schon ungezählte Prozesse hat Schmid deshalb geführt. Diesen kann man nur zurufen, sich auf ihre eigenen Talente zu konzentrieren und nicht in fremden Gewässern zu fischen. Der Kunde sollte daher genau hinsehen, was er vor sich hat. Bleiben Käufe von Plagiaten künftig aus, so wird diese ehrrührige Praxis sicher bald eingestellt werden.

Farbe und Pinsel sind in der Manufaktur von Karl Schmid noch nicht einmal dann zu finden, wenn es darum geht, ein Muster in das Lampenglas einzubringen. Der Künstler hat dazu vielmehr eine besondere Technik entwickelt, die ein wenig an das Verstreichen von Zuckerguss mittels eines Kammwerkzeugs erinnert, um ein Muster in einen Kuchen einzubringen.

Für ein Lampenmuster wird flüssiges Glas mit einem passenden Werkzeug verzogen. Beim anschließenden Aufblasen des Lampenkopfes mithilfe einer Glasmacherpfeife kommt dann das Muster zur Geltung. Da es unmöglich ist, ein einmal eingebrachtes Muster exakt zu wiederholen, ist jede Lampe von Schmid ein einzigartiges Unikat mit entsprechendem Wert.

Eine ähnliche Technik verwendet Karl Schmid für das Muster und die Augen seiner Eulen. Wer sich diese einmal näher ansieht, kann nur den Hut vor dem Künstler ziehen, Glas in so perfekter Form zu verarbeiten.
Dies gilt auch für die mit schwarzem oder weißem Überfang produzierten Lampen mit clownartigem Gesicht, da jeder Mund, jedes Auge und jede Nase nicht exakt reproduzierbar ist. Der Aufwand, um diese Kunstwerke herzustellen, ist enorm, da hier verschiedene Gläser mit leicht unterschiedlichen Schmelzpunkten und Abkühlgeschwindigkeiten verarbeitet werden. Dies hat zur Folge, dass bei der Modellierung höchste Sorgfalt gefragt ist. Dennoch kann es nach vielen Stunden der kreativen Arbeit passieren, dass nach Fertigstellung trotz langsamster Abkühlgeschwindigkeit das eine oder andere Stück ruiniert wird, da an dünner Stelle – etwa an der „Augenbraue“ – das Glas durch Spannungen beim Abkühlen abspringt.


Eine weitere Besonderheit von Karl Schmid ist, dass jeder Kunde sich seine ganz persönliche Wunschlampe kreieren lassen kann. Da das Unternehmen über eine eigene Metallverarbeitung verfügt, sind sogar das Design des Lampenfusses, die Anzahl der Brennstellen oder besondere Applikationen möglich. Die Verarbeitung von Metall ist an den hohen Standard der Glasprodukte angepasst: Alle Bauteile sind feingeschlichtet, sauber entgratet und maßlich perfekt an die Glasbauteile abgestimmt. Wo so viel Liebe zum Produkt vorherrscht, muss an anderer Stelle rationiert werden, damit die Produktion zügig vonstattengeht.

Daher kommen nur ausgesuchte Gläser von zuverlässigen Lieferanten zum Einsatz, um unliebsame Überraschungen im Herstellungsprozess einer Lampe zu vermeiden. Auch vom Anmischen von Potasche, Soda und Quarzsand hat sich Karl Schmid aus Zeit- und Qualitätsgründen verabschiedet. Er setzt vielmehr auf „Glas-Nuggets“ von externen Zulieferern. Diese haben den Vorteil, dass sie sofort einsatzfertig sind. Sie werden im Ofen auf 1 240 Grad Celsius erhitzt und können – wenn sie vollständige geschmolzen sind – nach rund 16 Stunden ohne weitere Eingriffe, wie etwa einer Zugabe von Soda oder Pottasche, verwendet werden.

Ewig schade ist, dass Karl Schmid aus Altersgründen nur mehr wenige Jahre sich dem Bau seiner Spitzenlampen widmen wird. Da bisher auch kein passender Nachfolger gefunden wurde, der sich der Manufaktur annehmen wird, ist klar, dass hier eine Ära zu Ende geht, die nur mit größtem Bedauern zur Kenntnis genommen werden kann. Es ist daher eine gute Idee, sich noch frühzeitig ein Exemplar seines Schaffens zu sichern, denn Lampen in dieser Qualität und Perfektion werden wohl Seltenheitswert bekommen.

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Diesen Artikel finden Sie auch in Heft 3/2019 auf Seite 88. Zum besagten Heft führt ein Klick auf den nachfolgenden Button!

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Kontakt  Herstellerinfo 
Glasbläserei Schmid
Am Sonnenhang 1
94227 Lindberg / Zwiesel
Tel.: +49 (0)9922 2016
Fax : +49 (0)9922 4419
E-Mail: info@glas-schmid.de
www.glas-schmid.de

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