Welt der Fertigung
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Zertifikate verdecken einen Mangel

Warum sich Qualität nicht kaufen lässt

Stolz werden in vielen Unternehmen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sogenannte Qualitätszertifikate dem Besucher präsentiert, die nachweisen sollen, dass man sich jede Mühe gibt, seine Wünsche passgenau zu erfüllen. Dass diese Nachweise jedoch oft lediglich eine Scheinwelt vorgaukeln und es hier hauptsächlich um ein einträgliches Geschäftsmodell geht, zeigen Blicke hinter die Kulisse.

Derzeit erleben wir die Installation einer Welt, in der nur mehr gegen Bares selbstverständliche Dinge möglich sind. So sind beispielsweise seit einigen Jahren die Zulieferer der Automobilindustrie angehalten, sich für teures Geld zertifizieren zu lassen, um weiterhin die Produkte an den jeweiligen Abnehmer liefern zu dürfen. Obwohl die zu liefernden Produkte selbstverständlich allen verlangten Kriterien entsprechen – schließlich werden diese streng nach den Vorgaben des Kunden beziehungsweise nach technischer Zeichnung gefertigt – muss dennoch ein teures Zertifikat erworben werden, welches diesen Sachverhalt noch extra nachweist.

Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass „Qualitätszertifikate“ irgendetwas mit Qualität zu tun haben. Viel zu oft zieren diese „Leistungsnachweise“ lediglich die Eingangshalle von Unternehmen und gaukeln nur eine Schweinwelt vor, was die nicht seltenen Rückrufaktionen im Lebensmittelhandel, aber auch im Kraftfahrzeugbereich zeigen. Es ist schlicht eine Tatsache, dass viel zu oft die früher übliche Eingangsprüfung der Ware einem Papier gewichen ist, in dem bescheinigt wird, dass alles ok sei.

Nicht zuletzt im Gesundheitswesen wird mit solchen Papieren für etwas geworben, was gerade hier aus vielen Gründen oft nicht mehr gegeben ist. So wird beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit der Präsentation von „Qualitätszertifikaten“ kundgetan, dass man sich einem Qualitätsmanagement unterworfen hat, was die schön eingerahmten Nachweise dokumentieren sollen. Die Wahrheit ist jedoch, dass in diesen Bereichen viel zu häufig der extreme Personalmangel Qualität verhindert. Da hilft es auch nicht, fehlende Fachkräfte durch Personal aus dem Ausland zu ersetzen, wenn dieses nicht über entsprechende Kenntnisse in ihrem Fach sowie über ein gutes Deutsch verfügt.

Insbesondere in vielen Pflegeheimen ist der Personalnotstand mit Händen zu greifen. Was dort vielfach zu beobachten ist, spottet jeder Beschreibung. Das wenige noch vorhandene Fachpersonal ist zahlenmäßig überhaupt nicht in der Lage, eine gute Pflege der alten Menschen zu leisten. Daher kommen viel zu oft Medikamente, wie etwa Ritalin zum Einsatz, um die zu betreuenden Menschen ruhig zu stellen, damit die Arbeit von den verbliebenen Pflegekräften noch zu schaffen ist.

Wer mit offenen Augen durch entsprechende Einrichtungen geht, sieht viele Menschen, die im Stuhl oder Bett teilnahmslos den Tag verstreichen lassen. Wer hätte je gedacht, dass mit Zertifikaten derartige Mängel verdeckt werden? Das nutzlos ausgegebene Geld für diese lächerlichen „Qualitätszertifikate“ hält nur überflüssige Zertifizierungsunternehmen am Leben, nutzt jedoch nicht den Heimbewohnern, sondern schadet ihnen sogar.

Eine Bundesregierung, die der Atom- und Weltraummacht Indien eine Milliarde Euro zukommen lässt, damit die dortige Regierung Elektrobusse anschaffen kann, versündigt sich schlicht an diesen alten Menschen. Dieses Geld wäre in weit höhere Löhne und mehr Nachwuchswerbung für Pflegeberuf besser angelegt.

Es zeigt sich an vielen Stellen, dass es ein Fehler war, auf die „Berater“ zu hören, die der Privatisierung öffentlichen Gutes das Wort redeten. Die Folgen sind für Patienten und alte Menschen sowie für die mittelständische Industrie fatal.

Und es wird noch schlimmer, wenn auch noch Zertifikate erworben werden müssen, die nachweisen sollen, dass man die Vorgaben einer Bundesregierung in Sachen Umweltschutz erfüllt. Erst diese Zertifikate öffnen die Türen zu Fördermitteln.

Dies wird dazu führen, dass hoffnungsfrohe Erfindungen mit großem Nutzwert für die Menschheit nie mehr umgesetzt werden können, da dafür keine Forschungsgelder genehmigt beziehungsweise keine Produktionserlaubnis erteilt wird, sollte das Produkt "grünen" Anforderungen nicht genügen.

Die Folgen dieser Politik sind unheilvoll und lassen erahnen, dass die Welt in eine unglaublich desaströse Zukunft schlittert, die wohl nur die Akteure dieser Entwicklung erfreuen wird, denn diese sind vom kommenden Stillstand mit einhergehendem Elend sowie der massiven Gängelung garantiert nicht betroffen.

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